"Der geilste Stamm der Welt"

Pfadfinderstamm Impeesa Hohenlinden wird 25 Jahre alt

Vor 25 Jahren, am 25. September 1993, wurde die Pfadfindergruppe „Impeesa Hohenlinden“ zum eigenständigen Stamm ernannt. Daher gibt es heuer für den „Geilsten Stamm der Welt“ natürlich einiges zu berichten und zu feiern.

Die ursprüngliche Idee eine Pfadfinderbewegung in Hohenlinden ins Leben zu rufen, hatte der Hohenlindener Jörg Meier schon 1990. Jörg Meier war damals Lehrer an der Hauptschule in Kirchseeon, wo es schon einen Pfadfinderstamm gab, von dem ihm ein Kollege sowie mehrere Schüler erzählten. Das, was er da hörte, gefiel ihm so sehr, dass er versuchte auch in Hohenlinden Jugendliche dafür zu begeistern. Drei junge Erwachsene, Stefanie Harich, Winfrid Rohrbach und Bastian Moser, teilten seine Begeisterung und wurden somit die Gründer des heutigen Pfadfinderstamms Impeesa Hohenlinden. Zunächst war man allerdings nur eine sogenannte „Siedlung“, angegliedert an den Pfadfinderstamm St. Joseph Kirchseeon. Doch die Hohenlindener lernten schnell und auch die Zahl der Mitglieder stieg rasch an, so dass ihnen die Kirchseeoner am 25. September 1993 die Ernennung zum eigenständigen Stamm „Impeesa Hohenlinden“ durch Übereichen einer Urkunde bestätigten.
Von da an war und ist immer noch viel geboten in Hohenlinden. Es gibt wöchentliche Treffen der vier Altersstufen (Wölflinge 7-10 Jahre, Jungpfadfinder 10-13 Jahre, Pfadfinder 13-16 Jahre und Rover 16-20 Jahre). Zusätzlich fährt jede Altersstufe einmal im Jahr auf ein Wochenendzeltlager, ein sogenanntes Hike. Circa einmal im Monat finden die Leiterrunden statt, in denen Aktionen wie das RamaDama, die Stammesversammlung, das Sommerlager, der Brotverkauf an Erntedank, der Feldgottesdienst mit Frühschoppen oder die Abholung und Verteilung des Friedenslicht an Weihnachten besprochen werden. Für die genauere Planung der großen Aktionen trifft man sich meist nochmals separat in kleineren Arbeitsgruppen. Das stellt natürlich einen großen zeitlichen Aufwand dar, den die etwa 20 ehrenamtlichen Hohenlindener Leiter gerne neben ihrem Studium, ihrer Lehre oder ihrem Beruf auf sich nehmen, um dem Stammesmotto #dgsdw gerecht zu werden. #dgsdw – ausgeschrieben „der geilste Stamm der Welt“ – steht für die Einstellung und Motivation, zusammen unvergleichbare und einzigartige Abenteuer und Aktionen zu planen und zu erleben, die man nie mehr vergessen möchte. Diese Motivation geht sogar so weit, dass die Hohenlindener seit sechs Jahren in Folge Teil des Ebersberger Bezirksvorstand sind (2012-2015: Bastian Ober, 2015-2018: Christian Seemüller, seit 2018: Manuel Lux). Auch auf Diözesanebene sind sie vertreten, denn Bianca Haußmann ist seit 2015 Teil der Vorstandschaft der Diözese München Freising. Damit zeigt sich in beeindruckender Weise, dass die Pfadfinder in Hohenlinden sich über die Gemeindegrenzen hinaus engagieren und nach wie vor Kinder und Jugendliche für die Pfadfinderei begeistern.
Mit 104 aktiven Mitgliedern sind die Pfadfinder in Hohenlinden nach dem Sportverein die Gruppe mit den meisten Jugendlichen und auch für dieses Jahr gibt es schon wieder eine lange Liste mit Neuanmeldungen. Aber was bedeutet es eigentlich Pfadfinder zu sein? Um herauszufinden, was den Stamm Impeesa Hohenlinden wirklich ausmacht, frägt man am besten die Stammesmitglieder selbst:
Für was steht eigentlich Impeesa?
Leonard (Wölfling, 10 Jahre): Der Wolf, der niemals schläft.
Was gefällt dir an den Pfadfindern?
Sebastian (Wölfling, 9 Jahre): Dass die gute Aktionen machen, dass hier viele Freunde von mir sind und dass man die Leiter ärgern kann.
Was macht ihr so in einem Hike?
Viktor (Jungpfadfinder, 13 Jahre): Zelte aufbauen, Feuer machen, singen, Geländespiele, kochen, schlafen und Bannerwache.
Was war dein schönstes Erlebnis bei den Pfadfindern?
Teresa (Jungpfadfinderin, 12 Jahre): Beim Stufentag im Sommerlager 2016 als wir eine Wasserrutsche gebaut haben und in der Früh das versteckte Frühstück finden mussten.
Wo wart ihr schon überall im Sommerlager?
Leonie (Pfadfinderin, 16 Jahre): In Österreich, Rumänien, Deutschland, Schweden, Kroatien, Südtirol.
Was war dein aufregendstes Abenteuer bei den Pfadfindern?
Felix (Pfadfinder, 13 Jahre): Das Sommerlager in Salzburg, als ich mir den Fuß gebrochen habe und das Sommerlager in Rumänien, weil das eine ganz neue Erfahrung war.
Wie unterscheidet sich die Roverstufe von den jüngeren Stufen?
Andreas (Rover, 19 Jahre): Wir haben keinen Leiter mehr im eigentlichen Sinn, sondern die Leiter unterstützen mehr die Selbstständigkeit der Stufe. Wir übernehmen mehr Verantwortung und wir sind einfach cooler.
Was hast du bei den Pfadfindern gelernt, was dir sehr wichtig ist?
Quirin (Rover, 17 Jahre): Konfliktfähigkeit, also besser mit Problemen und Interessen der Anderen umzugehen und allen Meinungen die gleiche Bedeutung zuzuweisen.
Wie haben dich die Pfadfinder verändert?
Vinzenz (Leiter, 21 Jahre): Ich bin gelassener gegenüber spontanen Änderungen und äußeren Umständen geworden, weil im Lager auch nicht immer alles nach Plan läuft. Außerdem bin ich selbstständiger geworden und habe gelernt, dass Verantwortung Spaß machen kann.
Was hast du aus deiner Pfadfinderzeit für dein späteres Leben mitgenommen?
Wini (Gründungsmitglied, 44 Jahre): Ich habe unheimlich viel über mich selbst gelernt und wusste dadurch auch sehr genau wie und was ich arbeiten wollte. Und natürlich habe ich viele Freundschaften aus dieser Zeit mitgenommen, nicht zuletzt meine Ehefrau.
Was ist für 2018 noch Großes geplant?
Sebastian & Sven Henry (Vorstände, 23 & 25 Jahre): Ende August wollen wir ein tolles Sommerlager kurz hinter der Grenze zu Thüringen machen und natürlich wollen wir unser 25-jähriges Jubiläum ordentlich feiern. Am Samstag, den 29. September werden wir Einblicke in das entspannte Pfadileben geben, andere Vereine miteinbeziehen und wirklich viele große Schwarzzelte aufbauen. Zudem wird es eine Schmankerlwanderung, einige kulinarische Highlights und eine Hüpfburg geben.